Die Zeitung Die Welt veröffentlichte ein interessantes
Interview mit der amerikanischen Nobelpreisträgerin Carol Greider. Sie fand heraus, dass die Länge des Lebens unter anderem von der Länge der Chromosomen abhängt. Genauer gesagt, von der Länge der
Telomere, was die
Schutzkappen der Chromosomen sind. Sie stellt einen bildhaften Vergleich mit den Schnürsenkeln und deren Plastikkappen an beiden Enden auf.
Laut Greider teilt sich jede Zelle in ihrem Leben etwa 50 Mal, allerdings nur solange es noch Telomere gibt. Ansonsten stribt die Zelle oder verfällt in einen schlafähnlichen Zustand.
Im Laufe des Lebens verkürzen sich die Telomere bei allen Menschen. Allerdings kann die Länge der Telomere bei Menschen identischen Alters unterschiedlich sein.
Kann man Telomere pflegen oder trainieren, ihnen etwas Gutes tun?
Laut Greider scheint es "Telomer"-fördernde und negativ beeinflussende Faktoren zu geben. Wie so häufig wirkt sich das
Rauchen negativ auf die Telomere aus. Man altert deshalb als Raucher schneller und kann deshalb früher sterben - auch wenn man nicht an Lungenkrebs oder ähnlichen Raucherkrankheiten erkrankt.
Stress und Infekte bzw. andere Krankheiten stehen ebenfalls ganz oben auf der Negativliste.
Warum berichte ich darüber? Natürlich, weil auch die Frage nach
Sport und gesundem Essen der Nobelpreisträgerin gestellt wird. Es gibt keine eindeutigen Beweise, allerdings lassen viele Studien einen Zusammenhang zwischen einer gesunden Lebensweise mit entsprechender Bewegung und vitaminreicher Ernährung erkennen. Eine solche Lebensweise könnte das Verkürzen der Telomere verlangsamen und damit ein
langsameres Altern des Menschen zur Folge haben. Damit bekommt der Ausspruch "Lauft um Euer Leben" gleich eine andere Färbung ;-)
Hat sie hierfür den Nobelpreis erhalten?
Nein, in der Tat nicht. Sie entdeckte ein
Enzym, dass die Telomere verlängert. Hierfür gab es den Nobelpreis. Man erhofft sich vor allem durchschlagende Effekte in weiter Zukunft bei der Krebstherapie.