Gerätschaften

Donnerstag, 23. Juli 2009

US-Fitnesstrainer über Wii-Fit verärgert

Weil sich ein Fitness-Trainer in den USA über die "Wii Fit" von Nintendo geärgert hat, schlug er vor, einen Warnhinweis auf den Verpackungen dieses Games anzubringen, dass "das Spiel nicht zwingend gegen Fettleibigkeit hilft".

In seinem Blogeintrag Are Wii Kidding Ourselves?zeigt sich Matt Lisk verärgert über das Versprechen von Nintendo auf der eigenen Website:

"By playing Wii Fit a little every day, you, your friends, and your family can work towards personal goals of better health and fitness,"

Es sei eine Augenwischerei, da dieses Spiel, so löblich das Ziel von Nintendo klingen mag, im Grunde nur wenig an der Fitness der Spieler verändert - aber auf jeden Fall nicht gegen das Problem der Fettleibigkeit einzusetzen ist.

Weiter zeigt er sich verärgert über die Nutzung des Body-Mass-Indexes (BMI) innerhalb der Wii-Fit "Körperanalyse". Dieser Index setzt Gewicht und Größe eines Erwachsenen in Beziehung zueinander und errechnet, inwieweit die Person fettleibig ist. Grundsätzliches Problem dabei ist (unabhängig von der Wii-Fit), dass diese Berechnung nur für Erwachsene gültig ist und dass stark muskulöse Personen oder Bodybuilder falsch in die Kategorie "Fettleibig" gesteckt werden oder Ausdauersportler wie bspw. Radsportler (Untergewichtig" sind. Gravierender ist laut Matt Lisk jedoch die Fehleinschätzung von Kindern und Jugendlichen, die dadurch ein falsches Körperbild erhalten.

Auch die Messung des individuellen Fitness-Alters sei sehr schwammig und kann zu einer falschen Selbsteinschätzung führen.

Die Kraftübungen als Beispiel genommen seien mehr Balance- oder Beweglichkeitsübungen als wirkliche Kräftigung.

Matt Fit argumentiert damit, dass die "Gesundheitsmaßnahme" für knapp 90 Dollar Nintendo Wiinicht nicht benötigen würde, da man alle Sportarten, die bei Wii Fit angeboten werden, auch unentgeltlich durchgeführt werden können. Er nennt noch weitere Aktivitäten, die man wunderbar im Kreise der Familie durchführen könnte.

Meiner Meinung nach hat Matt Lisk zwar nicht ganz unrecht, dass die Wii-Fit vermutlich keinen Gamer aus einer Fettleibigkeit holen wird, dennoch ist es von Nintendo kein gänzlich falscher Ansatz. Denn seine Vorschläge für Fitnessaktionen im Kreise der Familie klingen natürlich nett, macht aber der pubertierende 15-Jährige Zocker dabei mit oder wird er sich dagegen sperren? Die Wii-Fit könnte dabei einen Kompromiss darstellen um etwas mit der Familie zu tun und sich ein wenig zu Bewegen (immerhin besser als Schreibtischstuhl-Rundrücken-Sitzhaltung).

Natürlich ist die Wii-Fit auch eine geniale Marketing-Idee von Nintendo um neue Nutzergruppen zu erschließen, die sich normalerweise keine Spiele-Konsole kaufen würden.

Montag, 10. November 2008

Kniebelastung beim Joggen im Freien und auf dem Laufband

Ein Infoscreen am Bahnhof berichtete heute morgen, dass joggen auf dem Laufband nach einer neuen Studie die Kniegelenke um 60% weniger belasten würde als normales Joggen im Freien. Nicht genauer definiert wurde allerdings "joggen im Freien". Ich vermute, Joggen auf lockerem Waldboden ist ähnlich stark oder wenig für die Kniegelenke belastend wie Laufband-Joggen. Etwas mehr Infos wären gut gewesen, auch wenn es nur ein Infoscreen am Bahnhof war.

Tatsächlich sollte man aber beim Kauf eines Laufbands darauf achten, dass es vernünftig federt. Denn die Kniebelastung kommt durch das geringe bis gar nicht vorhandene Nachgeben des Untergrunds. Laufe ich also auf Asphalt, gibt der Boden in keinster Weise nach und ein Vielfaches meines Körpergewichts drückt durch die Hoch-Runger-Bewegung beim Laufen auf mein Knie. Ist der Boden weich oder gibt ein Laufband leicht nach, wird auch der Druck auf das Knie vermindert.

Knieprobleme wirken sich wegen Bewegungsänderung und Schonhaltung/-bewegung in fast allen Fällen auch auf Fußgelenke, Hüftgelenke und später auf die Wirbelsäule aus. Die Federung ist bei Laufbändern also ein absolut ernst zu nehmendes Kaufkriterium! Nicht nur der Preis...

Freitag, 23. Mai 2008

Fettmesswaage

Wie funktioniert so eine Fettmesswaage?

Eine Fettmesswaage bzw. Impedanzwaage funktioniert mit Strom. Die Waage sendet einen leichten Strom durch den Körper, wenn man sich drauf stellt. Man kann sich vorstellen, der Strom fängt am rechten Fuß an, geht einmal rum und kommt am linken Fuß an. Dabei misst die Waage den Widerstand, der durch den Körper gebildet wurde. Muskeln haben einen hohen Wasseranteil, leiten damit sehr gut und haben demnach einen geringen Widerstand. Fett hingegen leitet nur schlecht und hat demnach einen hohen Widerstand. D.h. die Waage schickt bspw. rechts einen Strom los, nimmt ihn am linken Fuß wieder auf und benennt anhand des Leitungswiderstands denn Fettgehalt des Körpers.

Ist so eine Waage zuverlässig?
Naja, wie man es nimmt. Es gibt folgende Probleme:
  • Eine Waage kann durch den Flüssigkeitshaushalt beeinflusst werden. Habe ich in den Stunden vorher Unmengen getrunken, so kann sich das auf das Ergebnis auswirken. Wann ich zuletzt auf Klo war ist auch nicht ganz unwesentlich. Hormone, Ernährung, schwitzen, nasse Füße etc. können sich auf das Ergebnis auswirken. Um dem entgegen zu wirken am besten immer zur gleichen Zeit (nach dem Aufstehen und Klogang/vor dem Frühstück und 1. Getränk) und mit der gleichen Waage wiegen.
  • Strom sucht sich den kürzesten Weg. D.h. er nimmt nicht noch den Umweg über Oberkörper, Arme und Kopf, sondern steigt ein Bein hoch, wechselt die Körperhälfte und sinkt wieder ab. D.h. die Angaben beziehen sich bei einer Waage hauptsächlich auf den Unterkörper. Ein Fussballer mit Bauch und "männlicher Oberweite" könnte aufgrund seiner starken Beine ein etwas zu gutes Ergebnis erhalten. Es gibt solche Impedanzmesser auch für die Hände, mit dem gleichen Problem: nur Oberkörper.
  • Man sollte die Werte einer Waage nicht als Absolutwerte ansehen. Die erste Waage kann 20% Fett angeben und die zweite 27%. Welche ist falsch? Vermutlich beide! Misst man aber immer mit einer Waage (gleiche Zeit, gleiche Situation), dann kann man aber langfristig einen Trend erkennen (hoffentlich abwärts), egal von welchem absoluten Prozentwert aus. Dies bedeutet aber auch, dass sich der Fettwert zweier Personen (die sich z.B. im Fitnessstudio unterhalten) nicht ohne weiters vergleichen lässt, wenn sie nicht zur bei gleichen Grundvoraussetzungen und erst recht mit der gleichen Waage gemessen wurden.
Ein nettes Gerät zur Trendanalyse, aber mit Vorsicht zu genießen.

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